Friedensdemonstration in Graz am 14.3.2026

 

Unter dem Motto Hände weg von Palästina, Libanon, Iran & Kuba – Ami go home! skandierten ein paar Dutzend friedensliebende Menschen in der Grazer Innenstadt Parolen gegen die völkerrechtswidrigen Angriffe von USA und Israel auf den Iran und Libanon und gegen den Völkermord in Gaza sowie für Freiheit, Frieden und Gerechtigkeit. Reden wurden von der Palästina-Solidarität Steiermark, der Steirischen Friedensplattform, Graz for Palestine und der RKP gehalten. In den Reden wurden die Belagerung von Gaza, die täglichen Waffenstillstandsverletzungen, der andauernde Landraub und die ethnischen Säuberungen in der Westbank sowie die Abriegelung der Al-Aqsa-Moschee in Jerusalem angeprangert, die Bedeutung des Al-Quds-Tages aufgezeigt (heuer am 13. März), Solidarität mit dem belagerten Kuba ausgedrückt und auf die Parallelen in der genozidalen US-amerikanisch-israelischen Kriegsführung in Gaza und aktuell im Libanon und Iran hingewiesen. Beiden Ländern wurde wie Gaza mit der totalen Vernichtung gedroht.

Es ist mehr als Hohn, wenn die Verbrecher des Epstein-Syndikats, die über Jahrzehnte Frauen verschleppt und brutal misshandelt und vergewaltigt haben, nun vorgeben, die Frauen im Iran befreien zu wollen. Es ist mehr als Hohn, wenn der international gesuchte Kriegsverbrecher und Völkermörder Netanjahu statt das palästinensische Volk von der Besatzung zu befreien, das iranische Volk von seiner Regierung befreien will. Es geht nicht um die Befreiung des iranischen Volkes. Freiheit und Gerechtigkeit können niemals mit Bomben von außen erreicht werden. Souveränität bedeutet, dass ein Volk selbst entscheiden kann, welchen Weg es gehen möchte, welche Regierung es haben will. Was mit den sogenannten Regime Changes der USA erreicht wurde, können wir in Libyen, Afghanistan, Irak und Syrien sehen: ganze Gesellschaften, teils sehr wohlhabende, wurden in Chaos, Elend und Krieg gestürzt. Es geht um die Durchsetzung kolonialer Interessen und zionistischer Vorherrschaft in Westasien. Es geht um das Brechen der Achse des Widerstands – von Palästina über den Libanon und den Iran bis in den Jemen. Alle Regierungen und Länder in Westasien sollen unter die Dominanz der zionistischen Regime von Tel Aviv und Washington kommen. Und es geht auch um die Schwächung Chinas, das für die imperialistischen USA eine Konkurrenz darstellt. Die USA haben den israelischen Genozid in Gaza bewaffnet und finanziert, nun sind sie direkt in den Krieg eingetreten. Damit wurde die Befreiung Palästinas zu einer globalen Konfrontation zwischen Unterdrückten und imperialistischer Gewaltherrschaft. Die Auswirkungen dieser Konfrontation bekommen wir nun auch in Europa zu spüren: die Spritpreise steigen, bald auch die Lebensmittelpreise durch die gestiegenen Transportkosten, Aufrüstung wird auf Kosten von Sozialabbau und Lohnraub vorangetrieben, die Gesellschaft militarisiert und kriegstauglich gemacht. Es wurde aber auch klar gemacht, dass das Imperium USA und der Apartheidstaat Israel mit ihrer Politik der verbrannten Erde nicht durchkommen werden. Sie konnten gemeinsam den palästinensischen Widerstand in Gaza nicht besiegen – wie sollen sie da den Iran vernichten können?

So forderten wir nicht nur die Auslieferung Netanjahus an den IGH, ein sofortiges Ende des Krieges gegen Iran und Libanon, ein Ende der Besatzung und den Abzug aller US-Militärbasen aus Westasien. Immer mehr Menschen wachen auf und erkennen den kolonialen und rassistischen Charakter Israels und verurteilen die imperialistische Arroganz der USA. Immer mehr Menschen sind auch in den USA und Israel nicht mehr bereit, sich für die Kriege der Epstein-Klasse einspannen zu lassen. Das macht Hoffnung. Frieden kann es nur ohne Zionismus und imperialistische Einmischung geben.

Mit der Demonstration setzten wir auch ein klares Zeichen, mit der Duldung unserer Regierung zum völkerrechtswidrigen Angriff auf den Iran und der Unterstützung des Völkermords in Gaza nicht einverstanden zu sein. Wachsamkeit ist gefragt, da uns die EU mit der Hochrüstungspolitik in die nächsten Kriege hineintreiben möchte. Solidarität ist gefragt, da uns Völkermord und Kriege für die Profite der Reichen nicht egal sein können – egal, wo auf der Welt sie stattfinden.

Für Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit und die Souveränität und Selbstbestimmung der Völker!

 

Es wird notwendig sein,
so wie man den Schutt und die Trümmer
von den ermordeten Palästinensern wegfegen muss –
um sie freizulegen in Sabra und Shatila –
auch Schutt und Trümmer von den Hirnen und von den Herzen
der Menschen in Europa
und Amerika wegzufegen,
den Schutt und die Trümmer alter Lügen und Vorurteile
die jetzt zerschmettert wurden
von der unerträglichen Wahrheit,
damit endlich die Mörder
weggefegt werden können
und auch ihre Hintermänner,
gleichviel, wo sie heute sitzen
und wie sie sich nennen,
ob Christen oder ob Juden
und auch einzelne Muslime,
die diesen Mördern helfen.“

Erich Fried, 1982 geschrieben nach dem Massakern in den palästinensischen Flüchtlingslagern Sabra und Shatila im Libanon

Für einen gerechten Frieden im Nahen Osten und gegen die Einschränkung der Meinungsfreiheit in Graz!



Petition für Meinungsfreiheit – Jetzt unterschreiben


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Solidarität mit Palästina

Der „BDS-Beschluss“ des Grazer Gemeinderates vom 14. November 2019 im Wortlaut:

„Städtische Dienststellen dürfen keine Veranstaltungen von Gruppierungen unterstützen, welche die Ziele der BDS-Bewegung (,Boycott, Divestment, Sanctions‘) verfolgen oder für diese werben.“

Was dieser Beschluss in der Praxis bedeutet:

  • Vereine und Initiativen, die sich zu den Zielen der BDS-Bewegung bekennen, dürfen keine Räumlichkeiten der Stadt Graz benutzen (auch nicht entgeltlich).
  • Vereine und Initiativen, die Fördermittel von der Stadt Graz erhalten, dürfen nicht mit Vereinen und Initiativen, die sich zu den Zielen der BDS-Bewegung bekennen, kooperieren.

Zum Beispiel: Die Steirische Friedensplattform möchte einen Filmabend veranstalten und sucht dafür einen Raum.
Eine von der Stadt Graz geförderte Kulturinitiative darf ihren Raum dafür nicht zur Verfügung stellen, weil die Steirische Friedensplattform sich zu den Zielen der BDS-Bewegung bekennt.
Dabei muss der gezeigte Film gar nicht für die BDS-Bewegung werben.

Der „BDS-Beschluss“ sanktioniert also Gruppen allein aufgrund einer israel-kritischen Haltung ihrer Mitglieder, obwohl diese Haltung sowohl verfassungskonform ist, als auch auf einem konsequenten Eintreten für die Menschenrechte und das Völkerrecht beruht.
Das ist ein gefährlicher Präzedenzfall.

Wir, die Unterzeichnenden, fordern die Aufhebung dieses Beschlusses.

Was ist die BDS-Bewegung und welche Ziele verfolgt sie?

Das Kürzel „BDS“ steht für „Boykott, Desinvestition, Sanktionen“. Die zivilgesellschaftliche Bewegung BDS wurde 2005 gegründet und ist inzwischen weltweit verbreitet.
Ihr Ziel ist, dass der Staat Israel das Völkerrecht und die Menschenrechte respektiert.

Konkret lauten die Forderungen: vollständiger Abzug der israelischen Truppen aus den besetzten Gebieten (Westjordanland, Ostjerusalem, Gaza, Libanon und Syrien);
volle Gleichberechtigung aller israelischen BürgerInnen, unabhängig von Religion und Ethnie;
Umsetzung der UN-Resolution 194 über das Rückkehrrecht palästinensischer Flüchtlinge.

Die BDS-Bewegung will diese Ziele mit gewaltfreien Mitteln durchsetzen, und zwar durch Boykott von und Sanktionen gegen Unternehmen und Institutionen,
die die israelische Politik der Vertreibung und Vernichtung der PalästinenserInnen direkt oder indirekt unterstützen und fördern.

Ein weiteres Mittel ist der Abzug von Geld aus solchen Unternehmen und Institutionen (etwa durch den Verkauf von Unternehmensanteilen).
Die BDS-Bewegung sammelt und verbreitet einschlägige Informationen über Unternehmen und Institutionen und ruft zu Boykott, Sanktionen und Desinvestition auf
und fordert vor allem auch keine Kooperationen mit Israel im Rüstungsbereich.

Warum bekennt sich die Steirische Friedensplattform zu den Zielen der BDS-Bewegung?

Wir sind solidarisch mit dem unvorstellbar leidenden und in seiner Existenz bedrohten palästinensischen Volk und setzen uns für einen gerechten Frieden in Palästina und Israel ein.

Der Abzug der israelischen Truppen aus den besetzten Gebieten, ein Ende der Apartheid-Politik gegenüber nicht-jüdischen Bürger:innen Israels
sowie die Umsetzung aller UN-Resolutionen zu Israel und Palästina sind dafür unabdingbar.

Wir erachten Boykott, Sanktionen und Desinvestition als legitime Mittel, um Druck auf einen Staat auszuüben, der seit Jahrzehnten Völkerrecht und Menschenrechte mit Füßen tritt,
UN-Resolutionen ignoriert und seit mehr als zwei Jahren einen genozidalen Krieg gegen die Menschen in Gaza führt.

Mit welcher Begründung wurde 2019 im Grazer Gemeinderat der BDS-Beschluss gefasst?

Der BDS-Beschluss beruht auf der Einschätzung, dass die BDS-Bewegung antisemitisch sei.
Diese Einschätzung beruht auf der – fälschlichen – Gleichsetzung von Antisemitismus mit Antizionismus und Israel-Kritik.

Ist die BDS-Bewegung antisemitisch, antizionistisch und/oder israel-kritisch?

Die BDS-Bewegung ist antizionistisch und israel-kritisch, aber nicht antisemitisch.

Antisemitismus ist eine negative Einstellung gegenüber Menschen, weil sie einer bestimmten Ethnie angehören.
Die BDS-Bewegung ist nicht antisemitisch, weil sie sich nicht gegen jüdische Menschen als Angehörige einer bestimmten Ethnie richtet.
Auch anti-zionistische Jüd:innen unterstützen BDS.

Antizionismus ist eine negative Einstellung gegenüber der israelischen Staatsideologie, dem Zionismus.
Zionismus ist der jüdische Nationalismus. Er beansprucht Vorrechte für das jüdische Volk.

Anhänger des Zionismus erheben Anspruch auf das Gesamtgebiet Palästinas und Teile Syriens und des Libanon.
Sie wollen auf diesem Gebiet einen Staat errichten, in dem nicht-jüdische Menschen allenfalls als Minderheit und ohne staatsbürgerliche Rechte geduldet sind.

Dies bedeutet, dass die PalästinenserInnen mehrheitlich vertrieben oder ermordet werden müssen.
Die BDS-Bewegung verurteilt diese Ideologie.

Kommunistische Bürgermeisterin untersagt Verteilaktion der Friedensplattform vor Gemeinderat!

   Hier zum Brief    An Grazer GRinnen

Was ist passiert?

 

Am 16.10. machte sich die Steirische Friedensplattform auf, die Grazer Gemeinderäte vor ihrer bevorstehenden Sitzung auf einen problematischen Beschluss ihrer Vorgänger aufmerksam zu machen.

Der 2019 beschlossene Text legt fest, dass Räume der Stadt nicht mehr von Gruppen verwendet werden dürfen, die sich antizionistisch äußern oder die gewaltfreie Initiative BDS unterstützen.

Um auf diesen Umstand aufmerksam zu machen, verfassten die Friedensaktivist:innen eine mehrseitige Argumentation inklusive aufgelisteter Urteile des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte in der Hoffnung, die Gemeinderät:innen würden den umstrittenen Beschluss aufheben.

Nachdem uns einige KPÖ GemeinderätInnen begrüßt hatten, kam Frau Bürgermeisterin Elke Kahr auf die FriedensaktivistInnen zu und untersagte das weitere Verteilen der Briefe vor dem Gemeinderatssaal.

Kahr war bereits in der Vergangenheit mit (auch innerhalb ihrer Partei) höchst umstrittenen Aussagen aufgefallen, als sie den israelischen Botschafter hofierte und meinte, sie könne kein Urteil über die schrecklichen Geschehnisse in Gaza und die Kolonialisierung Palästinas abgeben, da dies nur möglich sei, wo sie auch lebe und die Menschen kenne.

Besonders interessant ist diese Positionierung, da andere kommunistische Parteien weltweit ein klares Bekenntnis zum Antizionismus abgeben. Offensichtlich ist es der Grazer KPÖ noch (?)

nicht möglich, sich von ihrer traditionell zionistischen Haltung zu verabschieden.

 

10.2.25: Was Du schon immer über die Zapatistische Befreiungsbewegung wissen wolltest

Gespräch – – Gedankenaustausch über die EZLN
(Ejercito Zapatista de Liberación = Nacional – Zapatistische Nationale Befreiungsarmee)
am Montag, den 10.2.2025 um 18.30 im Spektral, Lendkai 45, Graz

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Auf den Spuren des christlichen Widerstandes-Bericht über unsere Radtour

Unter dem Leitgedanken, dass jeder ernsthafte Nachfolge Christi  ein Ruf in die Praxis ist, organisierte Pax Christi Steiermark eine herbstliche Radtour zu Grazer Gedenkstätten des christlichen Widerstands gegen den Nationalsozialismus. Auch AktivistInnen der Steirischen Friedensplattform nahmen daran teil.

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Konzert Friedens- und Antikriegslieder in Thal

 

 

 

 

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„Meine Söhne geb ich nicht!“
Wir leben in bedrohlichen Zeiten. Die sich verschärfenden Widersprüche im global agierenden
kapitalistischen Profit-, Konkurrenz- und Ausbeutungssystem führen zunehmend zu humanitären
Großkatastrophen (etwa seit Jahrzehnten im Ostkongo und aktuell im Sudan) und kriegerischen
Konflikten.

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